Ein barrierefreies PDF-Dokument ermöglicht Menschen – unabhängig von möglichen Einschränkungen – den gleichen Zugriff auf die enthaltenen Informationen. Barrierefreie PDF-Dokumente verbessern auch die allgemeine Usability durch eine klare Struktur und Navigation. Zudem sind sie besser durchsuchbar und für Suchmaschinen optimiert.
Zentrale Anforderungen sind:
Dokumentstruktur mit korrekter Tag-Hierarchie (Überschriften, Listen, Tabellen)
Alternativer Text für Bilder und Grafiken
Logische Lesereihenfolge, die dem inhaltlichen Zusammenhang folgt (nicht zwangsläufig der visuellen Anordnung auf der Seite)
Maschinenlesbare Texte statt Bilder, die Text enthalten
Definierte Dokumentsprache für korrekte Aussprache durch Screenreader
Ausreichende Kontrastverhältnisse und geeignete Schriftarten
Korrekte Tabellendarstellung mit Kopfzeilen und Spaltenüberschriften
Barrierefreie Formularfelder mit eindeutigen Beschriftungen
Die technische Erstellung erfolgt meist in Adobe Acrobat Pro, wo Tags nachträglich ergänzt oder korrigiert werden können. Effizienter ist jedoch die barrierefreie Gestaltung bereits im Quelldokument (z.B. Microsoft Word oder Adobe InDesign mit Formatvorlagen).
Zur Prüfung der Barrierefreiheit bietet Adobe Acrobat eine integrierte Accessibility-Prüfung. Diese deckt die wichtigsten Kriterien nach PDF/UA (ISO 14289-1) und WCAG ab. Auch andere Validierungstools wie PAC erweisen sich als nützlich. Ergänzend ist eine manuelle Prüfung mit Screenreadern wie NVDA ratsam. Wer tiefer einsteigen möchte, findet im Matterhorn-Protokoll der PDF Association eine vollständige Aufschlüsselung aller PDF/UA-Anforderungen in 31 Prüfbereiche mit insgesamt 136 Fehlerbedingungen. Davon lässt sich rund die Hälfte nur manuell prüfen.