Videos sind ohne zusätzliche Maßnahmen für viele Menschen eine Barriere: Wer nicht hört, verpasst den Ton. Wer nicht sieht, verpasst alles rein Visuelle. Wer Inhalte langsamer aufnimmt, braucht die Möglichkeit anzuhalten und zurückzuspringen. Drei Bausteine schaffen Abhilfe: sie erfüllen unterschiedliche Zwecke und ersetzen einander nicht.
Untertitel geben gesprochenes Wort und wichtige Toninformationen als Text wieder:
Synchron zum Ton, in lesbarer Anzeigedauer
Kennzeichnung von Sprecherwechseln
Beschreibung wichtiger Geräusche und bedeutsamer Musik
Audiodeskription beschreibt, was nur zu sehen ist:
Handlungen, Mimik, Szenenwechsel, eingeblendete Texte
Eingefügt in die Dialogpausen
Als zuschaltbare zweite Tonspur
Transkript gibt den gesamten Inhalt zeitunabhängig als Fließtext wieder:
Dialoge und Beschreibung visueller Vorgänge
Strukturiert mit Überschriften, durchsuchbar, kopierbar
Nutzbar für alle, die kein Video ansehen wollen oder können
Die maßgeblichen Erfolgskriterien der Web Content Accessibility Guidelines:
1.2.2 Untertitel (aufgezeichnet), Level A
1.2.3 Audiodeskription oder Volltext-Alternative, Level A
1.2.4 Untertitel (Live), Level AA
1.2.5 Audiodeskription (aufgezeichnet), Level AA
1.4.2 Audio-Steuerung, Level A
2.3.1 Dreimaliges Blitzen, Level A
Anforderungen an den Player:
Vollständige Tastaturbedienung mit sichtbarem Fokus
Untertitel und Audiodeskription zu- und abschaltbar
Lautstärkeregelung, Pause und Stopp
Kein automatischer Start mit Ton
Bei eingebetteten Videos von Drittanbietern
Die meisten Videos liegen bei YouTube oder Vimeo. Daraus folgen zwei Anforderungen, die häufig übersehen werden: Der eingebettete Player muss selbst tastaturbedienbar sei. Das lässt sich von der eigenen Website aus nicht heilen. Das <iframe> braucht außerdem ein title-Attribut, sonst kündigen Screenreader nur »Frame« an.
Bei eigener Einbindung übernimmt das <video>-Element mit controls und <track kind="captions"> diese Aufgaben.