Untertitel sind eine textliche Wiedergabe des gesprochenen Wortes und weiterer wichtiger Toninformationen in Videos. Sie machen Videoinhalte für gehörlose und schwerhörige Menschen zugänglich — und helfen allen, die ohne Ton, in lauter Umgebung oder in einer Fremdsprache zuschauen.
Für Barrierefreiheit reicht der reine Dialogtext nicht. Untertitel müssen zusätzlich enthalten:
Kennzeichnung von Sprecherwechseln
Beschreibung wichtiger Geräusche, z. B. [Türklingel], [Gelächter]
Beschreibung bedeutsamer Musik, z. B. [dramatische Musik]
Synchronität zum Ton, lesbare Anzeigedauer, Umbrüche an sinnvollen Stellen
Inhaltlich vollständige, bei schnellem Sprechtempo sinnwahrend gekürzte Wiedergabe
Im Englischen heißen solche Untertitel Captions, im Unterschied zu Subtitles mit reinem Dialogtext. Bei einer Beauftragung lohnt es sich, das ausdrücklich zu benennen.
Technisch gibt es zwei Varianten. Geschlossene Untertitel (Closed Captions):
liegen als separate Datei vor, meist WebVTT oder SRT
lassen sich ein- und ausschalten
sind in Größe und Darstellung anpassbar
Offene Untertitel (Open Captions):
sind fest ins Videobild gerendert
sind nicht abschaltbar und nicht anpassbar
kommen vor allem in sozialen Netzwerken vor, wo die Plattform nichts anderes zulässt
Automatisch erzeugte Untertitel von Videoplattformen genügen den Anforderungen in der Regel nicht — sie kennzeichnen keine Sprecherwechsel, beschreiben keine Geräusche und sind zu fehleranfällig. Als Ausgangsbasis für eine manuelle Überarbeitung taugen sie.
Untertitel ersetzen weder ein Transkript, das den Inhalt zeitunabhängig als Fließtext wiedergibt, noch eine Audiodeskription, die rein visuelle Vorgänge beschreibt.