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Tags geben einem PDF-Dokument eine logische Struktur. Sie liegen als eigener Baum neben dem sichtbaren Seiteninhalt und legen fest, was eine Überschrift ist, was ein Absatz, was eine Tabellenzelle und in welcher Reihenfolge alles gelesen wird. Screenreader werten ausschließlich diesen Tag-Baum aus, nicht das, was auf der Seite zu sehen ist.

Daraus folgt der Grundsatz von PDF/UA: Jedes Objekt auf einer Seite ist entweder getaggt oder als Artefakt gekennzeichnet. Ein Drittes gibt es nicht.

Wichtige Tag-Typen:

  • <Document>: Wurzelelement des Dokuments

  • <Sect>: Gliederungsabschnitt

  • <H1> bis <H6>: Überschriftenebenen

  • <P>: Absatz

  • <L>, <LI>, <Lbl>, <LBody>: Liste, Listenpunkt, Aufzählungsmarke, Textkörper

  • <Table>, <TR>, <TH>, <TD>: Tabelle, Zeile, Kopf- und Datenzelle

  • <Figure>: Abbildung, mit Alternativtext im Attribut Alt

  • <Caption>: Bild- oder Tabellenunterschrift

  • <Link>: Verweis. Häufige Fehlerquelle, weil Tag und Verweisobjekt zusammenpassen müssen

  • <Note>: Fuß- und Endnoten

  • <Form>: Formularfeld

Tags müssen korrekt ineinander verschachtelt sein und eine logische Hierarchie bilden. Ein <LI> außerhalb eines <L> oder eine übersprungene Überschriftenebene führt zu Fehlern in der Prüfung und in der Praxis dazu, dass die Struktur beim Vorlesen nicht mehr nachvollziehbar ist.

Besondere Beachtung erfordern:

  • Die Lesereihenfolge muss dem inhaltlichen Zusammenhang folgen, nicht zwangsläufig der visuellen Anordnung. Bei Marginalspalten und Infokästen weicht beides bewusst voneinander ab

  • Überschriftenebenen ohne Sprünge

  • Alternativtexte für Bilder und Grafiken

  • Kopfzellen in Tabellen mit korrekter Zuordnung über Scope oder Headers

  • Formularfelder mit Beschriftung

  • Trennung von Inhalt und Artefakten

Der wirtschaftlich wichtigste Punkt: Tags werden beim Export erzeugt: in InDesign über Absatzformate und die Artikelreihenfolge, in Word über Formatvorlagen. In Acrobat wird nur noch nachbearbeitet. Wer die Struktur schon im Layoutprogramm sauber anlegt, spart den größten Teil des Aufwands. Wer es nicht tut, taggt hinterher jede Seite von Hand.

Einsehen und bearbeiten lässt sich der Tag-Baum in Adobe Acrobat Pro über das Navigationsfenster »Tags«. Prüfen lässt sich das Ergebnis mit:

  • der Barrierefreiheitsprüfung in Adobe Acrobat Pro

  • dem PDF Accessibility Checker (PAC)

  • einer manuellen Prüfung mit einem Screenreader

  • der Vorlesevorschau in PAC, die zeigt, wie das Dokument tatsächlich ausgegeben wird

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