Schwindel ist eine Störung des Gleichgewichts- und Orientierungssinns. Die Symptome reichen von leichter Desorientierung über Übelkeit bis zu Kopfschmerzen, die noch Stunden anhalten können. Ausgelöst wird er im digitalen Raum vor allem durch Bewegung, nicht durch Blinken oder Blitze. Dafür sind epileptische Anfälle der Bezugspunkt, und beides erfordert unterschiedliche Maßnahmen.
Betroffen sind unter anderem Menschen mit vestibulärer Migräne, Morbus Menière oder anderen Erkrankungen des Gleichgewichtsorgans. Ihr Gleichgewichtssinn reagiert empfindlich auf visuelle Bewegungsreize: Das Auge meldet Bewegung, der Körper spürt keine — dieser Widerspruch erzeugt die Beschwerden.
Typische Auslöser auf Websites:
Parallax-Scrolling, bei dem sich Ebenen unterschiedlich schnell bewegen
Zoomfahrten und großflächige Verschiebungen beim Scrollen
Scroll-gebundene Animationen und
scroll-behavior: smoothVideohintergründe in Kopfbereichen
Automatisch wechselnde Karussells
Übergänge, bei denen Inhalte über den Bildschirm fahren, statt zu überblenden
Bildschirmvergrößerung, bei der der sichtbare Ausschnitt dem Fokus ruckartig folgt
Was die WCAG verlangen:
2.2.2 Pausieren, Stoppen, Ausblenden (Level A): Bewegte, blinkende oder scrollende Inhalte müssen sich anhalten, stoppen oder ausblenden lassen, wenn sie länger als fünf Sekunden dauern, automatisch starten und parallel zu anderem Inhalt dargestellt werden.
2.3.3 Animation aus Interaktionen (Level AAA): Bewegungsanimationen, die durch Interaktion ausgelöst werden, müssen sich abschalten lassen — es sei denn, die Bewegung ist für die Funktion unverzichtbar.
Technische Umsetzung
Die Media Query prefers-reduced-motion wertet die Systemeinstellung der Nutzenden aus:
@media (prefers-reduced-motion: reduce) { .animation { animation: none; } }
Am wirksamsten ist ohnehin die Entscheidung davor: Bewegung sparsam und mit Grund einsetzen. Ein Karussell, das sich nicht von selbst dreht, braucht keine Stopptaste.