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Schwindel beschreibt eine Beeinträchtigung des räumlichen Orientierungsvermögens, die für Menschen mit und ohne Behinderungen auftreten kann. Die Symptome reichen von leichter Desorientierung bis zu schwerer Übelkeit.

Für die barrierefreie Webentwicklung ergeben sich daraus wichtige Anforderungen: Bewegte Inhalte wie Animationen, Karussells oder Auto-Play-Videos müssen sich anhalten oder ausblenden lassen. Es bedarf eine Möglichkeit zur Steuerung über Start, Stopp und Geschwindigkeit von Bewegungen.

Die WCAG definieren dafür klare Erfolgsregeln: Bewegungen müssen unter 5 Sekunden dauern oder steuerbar sein (2.2.2). Dreimaliges oder häufigeres Blinken pro Sekunde ist zu vermeiden (2.3.1). Hell-Dunkel-Kontraste dürfen maximal 10% der Bildschirmfläche betreffen.

Besonders anfällig für Schwindelsymptome sind Menschen mit vestibulärer Migräne, Morbus Menière oder anderen Erkrankungen. Der Gleichgewichtssinn reagiert besonders empfindlich auf visuelle Reize wie schnelle Bewegungen oder Flackern – was im digitalen Raum schnell zu einer Überstimulation führen kann. Bildschirmlesegeräte und Vergrößerungssoftware können durch ruckartige Bewegungen Schwindelgefühle leider verstärken. Die barrierefreie Gestaltung von Bewegung schafft hier wichtige Entlastung.

Technische Umsetzungsmöglichkeiten umfassen neben CSS-Media Queries wie diesses:

@media (prefers-reduced-motion: reduce) { .animation { animation: none; } }

auch ARIA-Attribute für Steuerelemente sowie JavaScript-Events zum kontrollierten Animationsablauf. Eine sorgfältige Konzeption von Bewegung unter Berücksichtigung der Schwindel-Problematik ist für inklusive Webangebote unverzichtbar.